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Siegesserie reißt nicht ab - 05.02.2012

Zum 6. Punktspiel in der Landesklasse-Süd musste der SV Grün-Weiß Niemegk einen frostigen und langen Weg auf sich nehmen, um bis zu uns ins südlichste Brandenburg zu kommen. Niemegk, süd-westlich von Potsdam an der A9 gelegen, musste auf das etatmäßige 3. Brett verzichten und so kam ein „unbekannter“ Ersatzspieler zum Einsatz.
Aber auch wir spielten nicht mit der Stammbesetzung. Für unseren fleißigsten Punktesammler Marco kam der vor einer Woche aus dem sonnigen und 25° warmen Kolumbien angereiste Ernest zum Einsatz. Ob er den Temperaturunterschied von ca. 35° so einfach wegstecken konnte?

Werner Lehmann konnte die Blau-Gelben nach ca. 2 Stunden leicht und locker in Führung bringen. In vorteilhafter Stellung brachte ein grober Fehler seines Gegners das sofortige 1:0.

Peggy konnte nach dem Damentausch eine leicht aktivere Stellung erreichen, was aber nicht zum vollen Punkt genügte.

Ottmar spielte mit Weiß gewohnt souverän, baute seine aktivere Stellung weiter aus und übte großen Druck auf die gegnerische Stellung aus. Das brachte im weiteren Verlauf Materialgewinn und nach ca. 3 Stunden den Zwischenstand von 2 ½ : ½. Ganz still und heimlich startet Ottmar eine Siegesserie mit 3 Punkten aus den letzten 3 Spielen!

Unser „Stehaufmännchen“ Ernest, der gerade krankheitsbedingt eine schwere Zeit zu meistern hat, spielte nach fast 3 Monaten Pause eine saubere Partie. 2 Mehrbauern mit Läuferpaar sollten zum Gewinn reichen. Leider musste er durch eine Unachtsamkeit ins Remis einwilligen. Er ärgerte sich am meisten darüber.

Werner Müllers Partie war bis ins Endspiel ausgeglichen und das Unentschieden folgerichtig. Er wartete aber so lange, bis die Partie von Rainer gewonnen war, um den Gesamterfolg sicherzustellen.

Mir ging es im Prinzip ebenso. In ausgeglichener Stellung war das Remis nach 3 ½ Stunden unterschrieben. Leider hatte ich zuvor einen Gewinnweg übersehen, wie die häusliche Analyse zeigte. Und ich warte immer noch auf meinen ersten vollen Punkt.

Rainer konnte ein Figurenopfer seines Gegners widerlegen und machte den 5 Punkt perfekt. Der Spieler aus Niemegk versuchte durch ein Läuferopfer die königliche Stellung zu zerstören. Das brachte zwar Komplikationen, aber nicht den gewünschten Erfolg.

Stefan hatte die Partie am 1. Brett eigentlich zu jeder Zeit unter Kontrolle und im Gleichgewicht. Der zentralisierte, aber isolierte Doppelbauer seines Gegenübers CM Walkewitz stellte sich aber als doch nicht so schwach dar, wie ich angenommen hatte. Stefan verbrauchte viel Bedenkzeit, gepaart mit der größeren Erfahrung brachte es die Entscheidung zu Gunsten des ehemaligen DDR-Oberliga-Spielers. Endstand 5:3

In 3 Wochen geht es nach Potsdam. In der Hoffnung auf gute Straßenverhältnisse, sollte auch dort unsere Siegesserie halten.

Daniel Richter

Dritter Sieg in Folge - 15.01.2012

Am 15.01.2012, dem 1. Punktspieltermin im neuen und noch jungen Jahr, gastierten wir beim Tabellenzweiten BSV Jänschwalde mit dem Spiellokal in Peitz.
Unser Gastgeber, der vor 2 Jahren den Aufstieg in die Landesklasse geschafft hatte, war bisher sehr gut in die Saison gestartet.
Im letzten Jahr konnten wir knapp gewinnen. Und auch diesmal wollten wir mit zwei Mannschaftspunkten die Heimreise antreten.
Beide Mannschaften hatten die besten Spieler zur Verfügung. Leichte Vorteile in DWZ lagen an einigen Brettern auf unserer Seite.

So auch bei Rainer, unser Mr. Zuverlässig. Was sich aber sein Gegner leistete, war alles andere als mannschaftsdienlich. Mit 15 Minuten verbrauchter Bedenkzeit gab er seine verlorene Stellung auf und verschwand sogleich von der Spielfläche. Rainer hatte zumindest 45 Minuten an Überlegungen aufgewendet und ist augenblicklich mit  4 aus 5 Punkten einer unser erfolgreichsten Spieler. Diesen kleinen Vorsprung konnten Werner Lehmann mit Schwarz am 8. Brett und Stefan mit Weiß an Brett 1 nach ca. 2 Stunden mit Ihren Remisen zum 2:1 sichern.

Werner erreichte keinen Vorteil in der Eröffnung und im Mittelspiel und so ging das Unentschieden in Ordnung.

Bei Stefan trat meine" Vorhersagung" von der Hinfahrt ein. Nach beidseitig sicherem Eröffnungsverlauf bot SF Birk das Remis an. Da zu diesem Zeitpunkt Marco bereits auf Gewinn stand und es ansonsten auch recht gut aussah, konnte Stefan das Angebot getrost annehmen.

Marco am 7. Brett mit Weiß mühte sich dann doch noch über eine Stunde zum Zwischenstand von 3:1. Bei ihm, so ist mein persönliches Gefühl, liegen Genie und Wahnsinn ganz nah beieinander. Mal zaubert er auf dem Brett und in der nächsten Partie stolpert er von einem Fettnäpfchen ins andere. So spielte er vor kurzem 2 Open-Turniere mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Das Erste "sehr bescheiden" und das Zweite "sehr ordentlich", wobei seine Ansprüche doch höher sein müssen. Doch zurück zum Punktspiel: Seine Eröffnung konnte ihn nicht Zufrieden stimmen und so mussten Fehler seines Gegners weiterhelfen. SF Germann übersah in seinen Angriffsbemühungen am Königsflügel eine Kombination, die ihm eine Leichtfigur kostete (nicht aber die Dame) wie auch ich vermutete. Marcos persönliche Bilanz: 4,5 aus 5 !

An allen übrigen 4 Brettern war der Ausgang ungewiss.

Ottmar hatte es am 4. Brett mit SF Schmidt zu tun. Ein unberechenbarer Spieler, bei dem alles möglich ist. Sehr oft stellt er seine "gewonnen" Partien durch sehr schnelles spielen wieder ein. Auch gegen Ottmar ging er volles Risiko, opferte eine Figur gegen 2 Freibauern und wollte den Gewinn erzwingen. Ottmar hielt gut dagegen und konnte im Endspiel, dass SF Schmidt (wie immer) sehr zügig anging, die 2 Bauern zurückgewinnen, gab die Leichtfigur zurück und heimste sich die verbleibenden Bauern ein.

Zwischenstand 4
:1.

Am 6. Brett spielte Peggy mit Schwarz diesmal mit Zeitvorteil. In ausgeglichener Stellung lehnte SF Trappman 3 mal die Remisangebote von Peggy ab und achtete nicht auf seine Uhr. Er überschritt im 37. Zug die Zeit und machte damit die Mannschaftsniederlage von Jänschwalde perfekt: 5:3

Ich wollte diesmal am 3. Brett spielend unbedingt meinen ersten vollen Punkt in dieser Saison holen. Es kam so etwas ähnliches wie Pirc aufs Brett mit entgegengesetzten Rochaden. Nach langem Grübeln entschied ich mich für eine riskante Fortsetzung und büßte einen Bauern ein. Für 22 Züge hatte ich noch 7 Minuten Restbedenkzeit. Im Alles oder Nichts Stil bewegte ich meine restlichen Figuren in Richtung gegnerischen König. Mein Gegenüber, SF Kasper, fand mehrmals nicht die besten Fortsetzungen in kritischer Stellung und so ergaben sich auf einmal Gewinnchancen für mich. Doch diese konnte mein Gegner mit viel Zeitaufwand verhindern und so schmolz sein Zeitvorteil bis auf 5 Minuten. Mit 2 Minuten für noch 11 Züge sah ich meine Chance zum taktischen Remisangebot, obwohl ich mich gefühlsmäßig bereits in Vorteil sah. Nach kurzem Überlegen nahm SF Kasper an und so erhöhte sich das Mannschaftsergebnis auf 5 1/2 : 1 1/2.

Die wohl spannendste Partie, schachlich auf sehr hohem Niveau, lieferten sich am 2. Brett Werner Müller und SF Piasecki. Jeder taktische Schlag wurde mit einem taktischen Gegen-schlag erwiedert. Im für mich undurchsichtigen Mittelspiel lehnte der Spieler aus Jänschwalde das Remisangebot Werners ab und versuchte den ganzen Punkt zu gewinnen. Werner hielt dagegen und konnte im Endspiel mit Dame und 2 Bauern gegen Dame und 5 Bauern das Unentschieden durch Dauerschachdrohungen festhalten und belohnte sich mit einem halben aber schwer erkämpften Punkt nach fast 5 Stunden.

Endstand 6:2 !

Dieser Mannschaftssieg fällt vielleicht um einen Punkt zu hoch aus, ist aber sicher nie gefährdet gewesen. Da der Spitzenreiter aus Falkenberg einen Punkt abgab, liegen wir  nun mit nur einem Punkt Rückstand auf Platz 2 der Tabelle.

Leider verlor unsere 2. Mannschaft das 5. Punktspiel zu Hause gegen den Tabellenführer der Regionalliga-Süd Bad Liebenwerda mit 3:5. In guter Besetzung spielend, konnten nur die vorderen und mittleren Bretter der Blau-Gelben gegenhalten. Bei noch 4 ausstehenden Spielen wird die Luft im Abstiegskampf zwar immer dünner, aber noch nichts verloren.

Daniel Richter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Werner Müller kommt in Fahrt - 04..12.2011

Das letzte Punktspiel für die Blau-Gelben im Jahr 2011 ging bereits am 04.12. über die Bühne. Am eigentlichen Termin ( 11.12. ) steht wegen diversen Feierlichkeiten unser Spiellokal „Zur Linde“ nicht zur Verfügung.
Unsere Gäste aus Ludwigsfelde, die in der vorigen Saison wegen einiger Abgänge aus der Landesliga abgestiegen waren, bekamen für ihr Entgegenkommen ein Pott Kaffee spendiert.
Dann war Schluss mit den Schmeicheleien und es ging an die Bretter. Nach drei zumeist klaren Niederlagen in den Spieljahren 2004/05 bis 2006/07 wollten wir endlich auch gegen diesen Gegner einen Sieg einfahren. Vom Papier her waren wir diesmal auch favorisiert, da wir  vom Brett 2 bis 7 jeweils eine mehr oder weniger größere DWZ aufwiesen.

Wir mussten leider krankheitsbedingt wieder Werner Lehmann ersetzen, der aber trotzdem kurzzeitig vorbeischaute. Gute Besserung!
Rudi Morawe und Mathias Würisg standen uns kiebitzend zur Seite.

Ohne Kampf ging Hosena bereits zum Spielbeginn mit 1:0 in Führung, da das 5. Brett der Gäste nicht besetzt war. Wahrscheinlich kannte er die Stärken von Rainer und verbrachte den 2. Advent lieber zu Hause. Zumindest hatte der Ausfall nichts mit der Spielverlegung zu tun.

Nach ca. 2 Stunden konnte Peggy am 6. Brett durch ihr Remis die Führung zum 1 ½ : ½  verteidigen. Für sie und natürlich auch für die gesamte Mannschaft ist dieses kleine Erfolgserlebnis wichtig, war ihr Saisonstart auf Grund ständiger Bedenkzeitprobleme doch sehr durchwachsen.

Eine halbe Stunde später nahm ich das Remisangebot meines Gegners etwas unsicher an. Grund dafür waren die noch laufenden Partien und die Weitergabe der Verantwortung an meine Mitspieler. Zwar sahen die Partien von Werner, Ottmar und vor allem Marco sehr vielversprechend aus, aber um ehrlich zu sein, stecken mir immer noch meine Partieverluste gegen Potsdam-Mitte und Forst in den Knochen, wodurch die Mannschaftskämpfe verloren gingen.
Ich hatte in meiner Partie mit Schwarz nach der Eröffnung durch eine kleine Kombi einen Bauern gewonnen, aber im weiteren Verlauf keine zündende Idee zur Verwertung, bei wieder knapper werdender Bedenkzeit.

Zwischenstand 2:1

Etwas erleichtert sah ich Ottmar an 4 ein Mattnetz stricken, worauf ich keinen Ausweg für seinen Gegner fand. Schachfreund König auch nicht und so gab er die Partie hoffnungslos auf. Damit lies Ottmar nach seinem wichtigen und siegbringenden Unentschieden gegen Hohenleipisch nun einen ebenso wichtigen vollen Punkt zum 3:1 folgen.

Nach ca. 3 ½ Stunden wurde die Partie von Marco am 7. Brett Ziel der Zuschauer, denn auch hier bahnte sich eine Entscheidung an. Er erarbeitete sich gegen seinen um 400 DWZ-Punkte leichteren Gegner einen Freibauern, der kurz vor der Umwandlung stand. Es gab noch ein paar technische Klippen zu umschiffen, bis Marco im Endspiel den Sack zumachen konnte. Ein echter Arbeitssieg!

Erfreulicher Zwischenstand: 4:1 ...

... bei noch 3 laufenden Partien. Das sollte doch zum Mannschaftssieg reichen!?

Kurz vor der Zeitkontrolle:

Werner Müller am 2. Brett stand nach vielen taktischen Scharmützeln ganz klar auf Gewinn, so dass wir relativ gelassen der Niederlage von Mike an 8 entgegensahen.
Etwas unkoordiniert schienen mir die Figuren von Mike zu stehen, halb auf Angriff, halb auf Verteidigung. Dies nutzte sein Gegner zum Qualitätsgewinn. Ein kurzes taktisches Aufbegehren von Mike wurde im Keim erstickt und Ludwigsfelde verkürzte zum 4:2.

Nun erwarteten die Blau-Gelben die Aufgabe von SF Astfalk am 2. Brett, aber er wehrte sich noch einige Zeit aussichtslos. Er hatte Werner mit dem Lettischen Gambit überrascht und konnte die Partie zweischneidig, mit vielen taktischen Möglichkeiten, gestalten. Werner behielt die Übersicht und kommt, nach diesem „Big Point“ zum vorentscheidenden 5:2 nach ca. 4 ½ Stunden, immer besser in Fahrt.

Eine Frage galt es noch zu beantworten: Konnte Stefan am Spitzenbrett das Ergebnis noch ausbauen? Leider nein...
Wie er mir vor der Partie sagte, ging es ihm nicht so gut und so versuchte er zumindest ein Remis beizusteuern. Meines Erachtens stand er auch bis zur Zeitkontrolle stabil, doch nach dem Abtausch der Türme kam das gegnerische Läuferpaar und der sich zentral befindende König Partie entscheidend zur Geltung.

Endstand 5:3 nach 4 ¾ Stunden Spielzeit. Der ertse Sieg gegen diesen Gegner im vierten Aufeinandertreffen in der Landesklasse.
Dieser eigentlich nie gefährdete Mannschaftssieg bringt uns zum Jahresende, zumindest kurzzeitig, auf Rang 3 der Tabelle in der Landesklasse-Süd.

Beim anschließenden kleinen Blitzturnier zum Jahresausklang in gemütlicher Runde setzte sich 100%ig Werner durch, gefolgt von Rainer auf Platz 2.

Zum Schluss bleibt mir allen Schachfreunden(innen) nebst Familien ein besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen, kommt gut ins neue Jahr 2012 und lasst uns gesund und munter die neuen Aufgaben angehen.

Daniel Richter

 

3. Punktspiel gegen Hohenleipisch - 20.11.2011

Mit dem Hohenleipischer SV Lok als Gastgeber erwartete uns im 3. Punktspiel der Landesklasse-Süd ein Gegner, der recht erfolgreich (3:1 Punkte) in die Saison gestartet ist.
Beide Mannschaften gingen mit der bestmöglichen Aufstellung an die Bretter und damit war ein spannender Kampf vorprogrammiert.
So konnten wir nach sehenswert herausgespielten Siegen von Stefan, Werner M. und Marco sowie Punkteteilungen von Ottmar, Rainer und meiner Wenigkeit ganz knapp mit 4 ½: 3 ½ gewinnen.

Leider gingen die Partien von Peggy (Zeitüberschreitung) und Werner L., der zuvor ein Remisangebot ablehnte, verloren.

Von diesen Remisangeboten gab es einige während der 5 Stunden Spielzeit. Sehr mannschaftsdienlich haben sich unsere Spieler dabei immer nach dem jeweiligen Stand an den anderen Brettern erkundigt und zumeist erst einmal abgelehnt. Zwar ging danach auch eine Partie verloren, aber insgesamt waren die Entscheidungen in Ordnung. Die 2 Punkte, die wir mit nach Hause nehmen, geben uns Recht.

Matchwinner war an diesem Tag Ottmar, der mit Turm und Läufer gegen Turm und 3 Bauern das Remis und damit den Mannschaftssieg festhielt.

Unser nächstes Punktspiel gegen Ludwigsfelde findet bereits am 04.12. im Gasthaus „Zur Linde“ statt, da 1 Woche später alle Räumlichkeiten mit Feiern besetzt sind.

Es wäre schön, wenn sich der Eine oder Andere unserer „Reserve“ zum Kiebitzen einfinden und dann am 11.12. in Ortrand die ersten Punkte einfahren würde.

Daniel Richter

1. Niederlage gegen den Forster SC I im 2. Saisonspiel - 23.05.2011

Das Positive des 2. Spieltages ist, dass wir den 8. Tabellenplatz in der Landesklasse-Süd gehalten haben. Das ist aber auch schon alles.

Am vergangenen Sonntag konnte unsere Mannschaft nicht an die guten Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen und quittierte nach dem Pokalaus beim Potsdamer SV Mitte am 15.09. die 1. Niederlage im Punktspielbetrieb gegen die 1. Vertretung des Forster SC.

Recht zuversichtlich gingen wir in dieses Spiel, da außer Werner Lehmann alle anderen Stammspieler an die Bretter gehen konnten. Für Werner kam wieder mal Mike zum Einsatz. Aber auch die Aufstellung von Forst hatte es in sich. So spielte am 6. Brett Hilmar Krüger, der äußerst selten spielende Präsident der Landesschachbund Brandenburgs. Außerdem kam, wie erwartet, am 8. Brett der Jugendspieler Max Hülse zum Einsatz, der im letzten Jahr seine DWZ um 300 Punkte steigern konnte und zuletzt seinen Team-Kollegen Alexander Franze beim Gubener Herbst-Open bezwingen konnte. Trotzdem waren wir an den Brettern 2-7 favorisiert!

Nicht so am 1. Brett, zumindest von der Rating.Zahl gesehen. Aber gefühlt ist Stefan gegen jeder Gegner mindestens ebenbürtig. Seine Partie mit Schwarz entwickelte sich ausgeglichen. Er parierte alle Angriffsbemühungen seines Gegners und kam mit einem Mehrbauern aus dem Mittelspiel. So lehnte er auch folgerichtig das Remisangebot von SF Zeihser ab und kämpfte um den ganzen Punkt.

Den Anfang auf unserer Haben-Seite und im gesamten Match machte jedoch Rainer. Gewohnt souverän fuhr er nach ca. 2 ½ Stunden den ganzen Punkt ein und wir gingen mit 1:0 in Führung.

Kurz danach nahm Mike am 8. Brett das Remis Angebot seines Gegners an, nachdem er mich natürlich vorher fragte. Seine Stellung war ausgeglichen, aber noch war nichts passiert. Aus oben genannten Gründen und nach kurzer Bestandsaufnahme der anderen Partien empfahl ich ihm anzunehmen. Ich sicherte mich durch Stefans Meinung noch ab. Aber wer kann schon sagen, was die weiteren 2 Stunden bringen werden. Wahrscheinlich war das mein erster Fehler!

Zum Zwischenstand von 2:1 remisierte Ottmar mit Weiß spielend am 4. Brett. Für mich sehr zeitig, waren fast alle Schwer- und Leichtfiguren abgetauscht und übrig blieb ein ausgeglichenes Turmendspiel. Wahrscheinlich erhoffte sich Ottmar ein erfolgreiches Spiel auf den rückständigen Bauern e6. Doch den konnte sein Gegner gut verteidigen. Dieses Ergebnis war aber eigentlich kein Problem, da alle anderen doch recht gut standen, wenn man von Werner am 2. Brett absieht.

Dann ging es in die 4. Spielstunde und in unseren Reihen taten sich Zeitprobleme auf.

Am 7. Brett hatte Marco als Erster damit zu kämpfen. Bei der Remisentscheidung von Mike sah ich diese Partie als klar gewonnen für uns an. Ich kann immer noch nicht sagen, wie die Schwierigkeiten entstanden sind. Letztendlich musste auch er ins Remis einwilligen.

Dann ging es schnell:

Die Zeitnotprobleme wurden akut und so musste an den Brettern 1,2 und 6 für unsere Kämpfer mitgeschrieben werden.
Leider kann ich zum Verlauf nichts sagen, da auch ich mich etwas „beeilen“ musste.

Werner am 2. Brett schaffte es nicht und musste so seine 1. Niederlage für die Blau-Gelben hinnehmen. Meiner Meinung nach macht sich bei ihm doch die lange Wettkampfpause bemerkbar, denn in sehr selten gespielten Eröffnungen, wie auch im Pokal, verbraucht er jede Menge Zeit, die ihm dann zum Schluss fehlt.

Wie zum Anfang des Berichts geschrieben, lehnte Stefan das Remis ab, hatte wohl aber seinen Vorteil nach der Zeitkontrolle abgegeben und musste seinem Gegenüber zum Sieg gratulieren. Hier hat sich das Kämpfen und der Einsatz für die Mannschaft leider nicht ausgezahlt.

Nach ca. 4 ½ Stunden folgte das Unentschieden von Peggy mit Weiß am 6. Brett. Ich hatte das Gefühl beim Vorbeischauen, dass auf dem Brett nicht viel los sei. Bestätigt wurde ich dadurch, dass ihrem Gegner regelmäßig die Augen zufielen. Vielleicht wäre er durch ein sinnvolles Opfer so erschrocken gewesen und hätte sofort aufgegeben und sich schlafen gelegt. Vielleicht war es aber Taktik und Peggy lies sich anstecken...

Fast Endstand: 3:4

Komme ich nun zum glorreichem Abschluss des Berichterstatters:

Wie auch im Pokal kam meine Vorbereitung aufs Brett und mein Zeitverbrauch hielt sich in Grenzen. Anders als im Pokal, wo ich sinnlos im Weiteren davon abwich, konnte ich die Partie mit Schwarz zumindest leicht ausgeglichen gestalten. Nach diesem Verlauf war ich auf Sieg programmiert und nur ein König-König hätte mich davon abhalten können. Übermotiviert, mit einem Bauern mehr (Doppelbauern), wähnte ich mich am Ziel und mit einem unnötigen Bauernvorstoß, sollte ich diesem Ziel auch näher kommen. Der nun im Folgenden „leicht zu erbeutende Bauer“ meines Gegners machte sich zu meinem Entsetzen selbstständig, verwandelte sich in eine Dame und holte sich den ganzen Punkt. Der Trost, das selbst ein sicheres Remis nicht zum 4:4 gereicht hätte, ist sehr klein.

Endstand: 3:5 für den Forster SC

Ziemlich schnell leerte sich unserer Spiellokal und so blieb ich allein mit ein paar Schachfreunden aus Forst zum Mittagessen und Analysieren.

Fazit:

Um an die Spitze zu kommen, muss man auch Niederlagen einstecken (siehe Bayern J).
Der Unterschied ist, dass wir im Moment noch 8. sind.
Die Gründe können wir nach dem letzten Punktspiel suchen, wenn wir das dann überhaupt noch müssen.
Vielleicht haben wir uns durch das selbst ernannte Saisonziel zu sehr unter Druck gesetzt.
Wir sollten locker bleiben und von Spiel zu Spiel denken.
Jetzt sind wahrscheinlich 5€ ins Phrasen-Schwein zu zahlen, aber wenn’s hilft...

Leider hat auch unsere 2. Mannschaft das Auswärtsspiel in Vetschau mit 5:3 verloren.
Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, unser Urgestein Rudi Morawe hätte dort selber die Figuren gezogen, als bei uns in Peickwitz als Maskottchen zu fungieren.
Aber bis zu seiner Abfahrt gegen 12.00 war zumindest bei uns noch alles in Ordnung.

Daniel Richter

Leistungsgerechtes Unentschieden gegen Falkenberg I - 11.09.2011

Die Saison 2011/2012 hätte nicht schwieriger beginnen können.
Die Staffeleinteilung brachte uns mit Falkenberg in der 1. Runde den Meister der Landesklasse-Süd der vergangenen Saison.
Auch ist unsere bisherige Bilanz gegen Falkenberg in der Landesklasse nicht gerade berauschend:

nur 1 Sieg bei 5 Niederlagen!

Und dieses einzige Erfolgserlebnis liegt auch schon mehr als 6 Jahre zurück (16.01.2005 - Hosena - Falkenberg 4,5:3,5).

Da die komplette Mannschaft unserer Gastgeber am eigentlichen Saisonstart (25.09.) verhindert ist, einigten wir uns auf eine Spielverlegung.
So traten beide Teams mit Ihren 8 Stammspielern an und wir wollten, nach der knappen Niederlage vor ein paar Monaten, zumindest einen Punkt mit nach Hause nehmen.
Die ersten 1-2 Stunden sollten dieses Ziel auch bekräftigen, nachdem sich kleinere Vorteile in unseren Reihen auftaten.

Aber der Reihe nach:

Unser 1. Brett besetzt wieder Stefan, der einen sehr guten Einstand im vorigen Jahr hinlegte.
Mit seinen 23 Jahren hat er noch viel Potential nach oben.
Diesmal lies er es etwas ruhiger angehen und einigte sich nach ca. 2 ½ Stunden auf Remis.
Sicherheit war oberstes Gebot, denn eine Niederlage hätte im Gesamtergebnis sehr schmerzhaft sein können und da es an den anderen Brettern ganz ordentlich aussah, konnten wir gut damit leben.
Außer am 4. Brett, wo Ottmar mit Schwarz spielend nach der Eröffnung schon in Schwierigkeiten steckte.
Zuerst ging ein Bauer verloren, dann eine Figur und nach ca. 3 Stunden die Partie.

Nach ca. 3 ½ Stunden unterzeichnete auch ich das Remis, nachdem das Spiel  nach einer heißen Eröffnungsphase ( wie üblich im Königsgambit ) sehr rasch verflachte.

Mein Gegner, Karsten Richter, sagte nach dem Beobachten der anderen Partien: „Das geht 5:3 für Euch aus“. Ich entgegnete ihm: „Wenn Peggy und Marco die Zeitnot überstehen, dann könnte es wohl so kommen“.

Kurz darauf verbuchte sich Werner Müller an 2 ein Remis.
Er war mit der Eröffnung zufrieden, hatte etwas Vorteil  und gewann einen Bauern.
Dies in einen Sieg umzusetzen, erwies sich als schwierig. Sein Gegenüber verteidigte sich umsichtig und hielt das Remis fest.
Nach 3 jähriger Spielpause für Werner ist das aber ein gelungener Einstand und sollte ihm Zuversicht für die nächsten Spiele geben. Mit zunehmender Spielpraxis wird er sicher zu alter Stärke finden.

Kurz vor der Zeitkontrolle nach ca. 4 Stunden wieder dieser Krimi, den eigentlich keiner haben möchte, aber doch so spannend ist.

Für Peggy am 6. und Marco am 7. Brett wird mitgeschrieben. Die Zahlen und Buchstaben sind zwar kaum zu entziffern, da man selber wahrscheinlich viel aufgeregter ist, als die Spieler selbst.
Leider konnte ich keine 40 Züge in den zur Verfügung stehenden 2 Stunden für Peggy notieren. Sie hatte ihren Gegner wieder am Rand der Niederlage. Man möchte Ihr zurufen: schupps ihn endlich runter. Doch die Uhr läuft unbarmherzig runter und der große Vorteil verflüchtet sich und am Ende erntet man nicht die Früchte der guten vorangegangenen Arbeit.
Ich kenne das Gefühl und doch schaffe ich es auch ( noch )  nicht schneller zu spielen.
Unser anderer Zeitnötler Marco überstand diese Phase und kämpfte weiter.

Während dieser Zeitnotgefechte remisierte Rainer an 5.
Seine Partie sah weitestgehend sehr viel versprechend aus, für viele Mannschaftskameraden auch eindeutig „gewonnen“. Wie sich aber nach einer kurzen Analyse zeigte, doch nicht so einfach und kurz vor dem Schluss war sogar nochmals zittern angesagt. Insgesamt aber eine sehr spannende Partie mit einem gerechten Ausgang?

Damit hatte Falkenberg das Gesamt-Unentschieden schon sicher.

Das 4:2 gegen uns war schon eine sehr schwierige Situation. Der Kampf war gekippt, aber noch konnten wir unser Minimalziel erreichen, aber dazu mussten die beiden noch laufenden Partien unbedingt gewommen werden.


Es dauerte noch eine ganze Weile, ehe nach ca. 4 ¾ Stunden Marco zum 4:3 verkürzen konnte. Auch sein Spiel war nichts für schwache Nerven. Er opferte nach der Eröffnung eine Figur, jedoch schlug sein Angriff nicht durch. Trotzdem erarbeitete er sich 2 Freibauern und spielte sogar auf Matt.
Diesmal war das Glück aber mit den Hosenaern und Marco verbuchte sehenswert den vollen Punkt. Alle Achtung vor dieser kämpferischen Leistung!

Das gleiche gilt für unseren Senior Werner am 8. Brett. Gerade wenn es in die 4. und 5. Spielstunde geht, wird es für ihn, mit 75 Jahren, äußerst schwer die Konzentration hoch zuhalten.
Umso bewundernswerter mit welcher Ruhe er zu Werke geht. Sein Spiel entwickelte sich sehr ausgeglichen. Aber eine kleine Unachtsamkeit seines Gegners reichte aus, um die Partie zum Schluss doch noch siegreich zu gestalten. Hut ab, vor dieser Energieleistung!

Endstand 4:4 !

Unsere Mannschaft hat nach einem 4:2 Rückstand große Moral bewiesen und mit einer starken kämpferischen Leistung einen guten Saisonstart hingelegt.
Obwohl die „Schotten“ diesmal nicht viel beisteuern konnten, möchte ich den Bericht mit Ottmars Worten schließen: „Gegen Forst können wir auf jeden Fall auf dieser Leistung aufbauen“.

In 2 Wochen heißt es Daumen drücken für unsere 2. Mannschaft zu Hause gegen Lübbenau II.


Daniel Richter

Spielberichtsbogen: 1. Runde

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